Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diskussion Anfänge
ChrisJung
02.02.2010, 14:34
Da ich in unserer stetig größer werdenden Runde - hier im Siegerland - immer wieder auf Legacyspieler treffe (Hallo Taurelin :) ) beginne ich mich so langsam für das Format zu interessieren. Ich war noch nie in irgendeiner Form Turnierspieler (bis auf einen Boosterdraft :D ). Jetzt steh ich irgendwie vor einem Wust Informationen. Hab den (sehr guten!) Einführungsthread gelesen, aber rein praktisch hat der mir noch nicht weitergeholfen. Was muss ich beachten? Wo fang ich an?
Ich sah z.B. im Topfkino (Link in Taurelins Post) ein Soldierdeck. Ich spiele z.Z. casual selber eins, was bis auf ein paar Karten erschreckend nah am vorgestellten liegt. Was mir fehlt, sind natürlich die richtigen Geldverbrenner. Logisch. Chrome Mox, Elspeth. Solche Späße halt. Was mich zum weiteren Punkt führt: Ist Legacy, wirklich realistisch betrachtet, ohne Werbung dafür machen zu wollen, eurer Meinung nach, ein Format, wo ich wirklich stetig gefordert bin, so tief in die Tasche zu greifen?
So..ähm ich bin generell für jeden Tipp dankbar!
Taurelin
02.02.2010, 14:53
Ich sah z.B. im Topfkino (Link in Taurelins Post) ein Soldierdeck.
Also, das Soldatendeck im Topfkino ist für meine Begriffe nur "nett". Selbst mit den €-Fressern ist es eher ein Rogue-Deck als ein Deck-to-Beat, und ohne die würde ich es wirklich nicht spielen.
Ist Legacy, wirklich realistisch betrachtet, ohne Werbung dafür machen zu wollen, eurer Meinung nach, ein Format, wo ich wirklich stetig gefordert bin, so tief in die Tasche zu greifen?
Zu den finanziellen Aspekten habe ich in der Einführung ja ne Menge geschrieben. Der Nachteil am Legacy ist, dass man, wenn man bei 0 anfängt, wirklich erstmal ne Grundinvestition im dreistelligen Euro-Bereich einplanen muss. Optimal ist natürlich, wenn man z.B. schon einen Extended- oder Standard-Pool zum Aufstocken hat (z.B. Fetchländer). Wenn nicht, kommt man leider nicht drumrum.
Der (unterschätzte!) Vorteil ist aber, dass die laufenden Kosten gegen Null tendieren. D.h. man muss nicht ständig seinen Kartenpool aktualisieren, weil ganze Editionen aus dem Format rausrotieren oder weil man 23 neue Rares für das aktuelle Deck-to-Beat benötigt.
Folgende Decks sind vom Budget her auch für Einsteiger empfehlenswert, weil sie
a) am unteren Ende der Preisskala angesiedelt sind
b) zwar teure Karten enthalten, die man aber auch in anderen Decks gebrauchen kann
c) kompetitiv spielbar sind
d) von der Strategie her überschaubar und zugänglich sind
- Merfolk
- Ichorid
Mit Abstrichen:
- Mono-U-Control (erfordert ein bisschen Skill)
- Goblins (ohne Splash / mit einem Splash)
- Elves (kann je nach Build durchaus teuer werden)
- Dragon Stompy (hat an Spielstärke eingebüßt)
- Burn (hat an Spielstärke immens eingebüßt)
- Spring Tide (Combo-Deck, daher etwas komplexer zu spielen; hat an Spielstärke immens eingebüßt)
- Belcher (Combo-Deck, aber sehr simpel; hat an Spielstärke immens eingebüßt)
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Unabhängig davon, in unseren gemütlichen Runden sind ja auch Proxies völlig akzeptiert. Bau dir doch einfach mal ein paar der Decks, die dich interessieren, nach. Und dann testen wir bei der nächsten Session ein bisschen, ohne dass du dich direkt in Unkosten stürzen musst.
Was muss ich beachten? Wo fang ich an?
Du fängst am besten damit an, Dir einen groben Überblick über die "Decks to beat" (Dtb, Bezeichnung für die Decks, die das Format im Moment bestimmen. Anspruch an jedes neue Deck ist, gegen die aktuellen DtB bestehen zu können) bzw. Decks to know (DtK) zu verschaffen. Wenn Du eins entdeckst, informier Dich genauer über Strategie, Match-up-Chancen, Cardchoices etc.
Wenn Du einen Kandidaten gefunden hast, gibt es nur eins: ausprobieren und gegen so viele Leutchens wie möglich spielen. Das geht zum einen simpel über MWS, da es kostenlos ist und man eigentlich immer Gegner findet. Zum anderen macht es Sinn, sich die Arbeit zu machen und das Deck mal als Proxie auszudrucken. Dann kannst Du bei den monatlichen Treffen auch mal mit "echten" Karten in der Hand spielen und bekommst noch mal ein anderes Spielgefühl. Außerdem hast Du dann gleich jemand Kompetenten gegenüber sitzen, der Dir Fragen beantworten oder Tricks zeigen kann.
mir fehlt, sind natürlich die richtigen Geldverbrenner. Logisch. Chrome Mox, Elspeth. Solche Späße halt. Was mich zum weiteren Punkt führt: Ist Legacy, wirklich realistisch betrachtet, ohne Werbung dafür machen zu wollen, eurer Meinung nach, ein Format, wo ich wirklich stetig gefordert bin, so tief in die Tasche zu greifen?
Jein. Wenn Du einmal einen gewissen Kartenpool hast, der Deinen Vorlieben angepasst ist (Elspeth z.B. spielt man in mehreren Legacy-Decks), kannst Du oft ohne große Investitionen mehrere verschiedene Decks aus Deinen vorhandenen Karten bauen.
Das große Problem ist natürlich, dass man diesen Kartenpool erstmal erwerben muss, und das ist in der Tat recht teuer. Sich also direkt am Anfang ein Deck mit Duals, Fetchländern und diversen Tops zusammenzukaufen schlägt ganz schön auf die Geldbörse. Gerade in Siegen sind aber ja einige Legacyzocker, die - aus eigener Erfahrung - gerne bereit sind, ihre Karten für ein Turnier zu verleihen. Ich hab mir mal ein komplettes Eva Green zusammengeliehen, lediglich die Weißrandländer waren von mir :D
Es gibt übrigens auch immer wieder "Budget"-Decks, die relativ günstig sind. Dazu gehört z.B. Burn (das man im Moment im Legacy allerdings völlig knicken kann) und andere einfarbige Decks (da man sich die Duals und meistens auch die Fetchies spart).
Der Vorteil an Legacy - im Gegensatz zu T2 und bedingt zu Extended:
- Wenn Du einmal einen vernünftigen Kartenpool hast, kannst Du damit für Deine restliche Legacy-Zeit was anfangen. T2-Tops sind auch teuer, nach kurzer Zeit aber nicht mehr brauchbar, weil der Kartenpool in recht kurzen Abständen rotiert.
- Das bedeutet gleichzeitig, dass der Einkaufspreis hoch war, der Wiederverkaufspreis aber dann entsprechend gering ist, da keiner die Karten mehr haben will (sind ja nicht mehr legal). Auch das passiert Dir im Legacy nicht (Duals sind immer ihr Geld wert).
- Es gibt eine größere Vielfalt. Natürlich gibt es die schon oben genannten bestimmenden Decks, aber von denen gibt es x Abarten, so das für jeden Geschmack was dabei ist: von Aggro über Control zu Combo bis zu den Mischformen. Wenn man nicht ne top-8-Platzierung anstrebt, kann man auch durchaus mal ein ungewöhnlicheres Deck probieren.
- Legacy ist toll :D
Ein weiterer - geographisch bedingter - Vorteil sind die Legacy-Spieler in Siegen. Damit hast Du genügend Ansprechpartner, mit denen Du Erfahrungen austauschen kannst, nach Iserlohn fahren kannst und natürlich Dein Deck testen kannst. Im T2, Extended und vor allem Vintage sieht es da glaub ich eher mau aus.
Taurelin
02.02.2010, 15:09
Gerade in Siegen sind aber ja einige Legacyzocker, die - aus eigener Erfahrung - gerne bereit sind, ihre Karten für ein Turnier zu verleihen. Ich hab mir mal ein komplettes Eva Green zusammengeliehen, lediglich die Weißrandländer waren von mir
Stimmt. Das ist ein Punkt, den ich vergessen habe.
Wobei Turnier ja eher der zweite Schritt sein dürfte.
Ich warne allerdings davor, zu versuchen, ein "eigenes" Deck zu bauen. Also ein Deck, dass du evt schon besitzt, mit ein paar Tops "aufzupeppen" und dann zu meinen, dass du ein kompetitives Legacy Deck hast.
So etwas geht in der Regel schief.
Was du aber machen kannst, ist dich selbst zu fragen, wo deine eigenen Vorlieben liegen. Die elementaren Spielweisen (Aggro, Control, Combo) gibt es nämlich sowohl im Casual als auch im Legacy.
- Magst du es, den Gegner mit einer Armee von Soldaten zu überrennen? Dann halte Ausschau nach Legacy-tauglichen Tribes, wie Goblins oder Elfen.
- Willst du lieber die Kontrolle über das Geschehen haben und den Gegner aus sicherer Position mit dicken Tretern weichklopfen? Dann schau dich bei entsprechenden Aggro-Control Decks um.
- Willst du den Gegner komplett ignorieren und einfach dein Ding durchziehen, ohne dich vom Gegner stören zu lassen? Dann wäre evt. ein Combo-Deck oder auch Enchantress eine Option.
ChrisJung
02.02.2010, 15:19
Wow - Danke schon mal für die schnellen Antworten. Ich würde sagen, dann ist es wohl das einfachste, wenn ich, bis zum nächsten Treffen, mir mal Gedanken zu nem Deck mache und dann da mit Proxies auflaufe, mh? :)
Taurelin
02.02.2010, 15:23
Ja, genau.
Also ich stelle mich schonmal freiwillig als Testpartner zur Verfügung. :)
Einen groben Überblick über die etabliertesten Decks findest du ja in der Einführung. Wenn du konkrete Decklisten brauchst, empfehle ich dir diesen Artikel (http://www.starcitygames.com/magic/legacy/18707_So_Many_Insane_Plays_Your_EmCompleteem_Guide _to_Legacy_The_50_Decks_of_Legacy.html) (Englisch, aber sehr aktuell und umfassend) sowie deckcheck.net (http://www.deckcheck.net/format.php?format=Legacy).
Dem habe ich eigentlich nix mehr hinzuzufügen, außer eine kleine Anmerkung:
Es gibt auch noch reine Control-Decks, auch wenn die in dem Aggro-Orientierten Format gerade nicht mehr ganz so stark sind ;)
acid
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